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Geschichte der Feuerwehr Joachimsthal bis 1945

Geschichtlicher Abriss der Freiwilligen Feuerwehr Joachimsthal

1894-1945

 

In diesem Abriss der Geschichte der Feuerwehr Joachimsthal, kann nicht alles der letzten 115 Jahr genau beleuchtet werde. Doch werden wir die wichtigsten und belebtesten Ereignisse, wie Einsätze und Entwicklung der FF Joachimsthal in den verschiedensten Epochen auf zeigen.

 

Will man die Geschichte der Feuerwehr beschreiben kann man einige Jahrhunderte zurückgreifen als die ersten Löschgeräte und

 

  1. Übungsturm

Löschmaterialien in primitiver Form entwickelt wurden. Dabei zeigt die Vergangenheit, dass ausschließlich dem tätigen Brandschutz also die Brandbekämpfung zum Aufgabengebiet der Feuerwehr gehörte. Erst viel später und in heutiger Zeit besonders entstand ein neues Aufgabengebiet der vorbeugende Brandschutz der darin besteht. Brände zu verhüten. Daneben widmet sich die moderne Feuerwehr aber auch den Aufgaben der Schadensbegrenzung bei Katastrophen und Unfällen sowie der Aufklärung der Bevölkerung. Die Feuerwehren sind eine der ältesten Einrichtung der Gemeinden. Einrichtungen zum Wohl und Wehe der Bürger. Gerade in Tagen in denen die höchste Waldbrandstufe und die extreme Hitze uns alle in Atem hält löst die Alarmierung der Feuerwehr bei jedem besondere Gedanken am.
Leider sind fast alle Akten die Auskunft über das Feuerlöschwesen in Joachimsthal vor 1814 geben könnten in den Flammen des Großbrandes, dieser vernichtete 39 Gehöfte, den Schulamtshof mit dem Amtsgebäude, allen Ställen und Scheunen, Brauerei und Brennerei, Kirche, Schule und Predigergehöft, desselben Jahres vernichtet worden. Dennoch können wir uns durch Vergleiche ein Bild davon machen.

Die Bekämpfung der Brände war Sache Aller, jeder Schulze hatte eine Feuerspitze einen ledernen Wassereimer und eine fertige lange Leiter zu stellen alle anderen eine Leiter einen Eimer und eine Laterne. Der Schulseegraben mitten durch die Stadt führend und 18 Wasserpumpen an den verschiedensten Stellen der Stadt waren die Wasserspender.

Die Wasserzufuhr bei Bränden war dennoch sehr mangelhaft. Bei allen öffentlichen Brunnen standen in Joachimsthal hölzerne Wassertonnen die ständig von den Anwohnern gefüllt wurden. Brannte es so wurden die schweren

Tonnen anfangs durch Muskelkraft später mit Pferden auf hölzernen Schleiften zum Brandort befördert. Der Feueralarm wurde ausgelöst durch ein Signalhorn oder durch Hupen. Die älteste Aktion der Joachimsthaler Bürger gezielt einen Brand gelöscht zu haben ist die aus dem Jahre 1746. Wilddiebe hatten in der Kienheide den Wald in Brand gesteckt. Geschlossen rückten die Joachimsthaler aus.

Im Jahre 1833 wurde schon Instrucktionen für Spritzen- und Schlauchmeister und zum bedienen der Spritzen erlassen.

Aus dem Jahre 1893 am 4.Oktober sind uns auch erstmals die Namen von Bürgern bekannt die von der verantwortlichen Polizeiverwaltung zum Feuerlöschdienst bestimmt wurden.

Brunnen- und Spritzen- Kommissar ist der Ratsmann Lieben, Spritzenmeister der Schlossermeister Ernst Otto, Schlauchmeister der Schuhmacher Albert Stolzenburg. Die für Wasser zu sorgen hatten waren Zimmermann Johann Abraham, Eigentümer August Boldt. Maurer Otto Boldt, Spediteur Gustav Gnaedig, Arbeiter Gustav Haase, Schneidermeister Otto Hammann, Arbeiter Franz Heinicke, Otto Herms, Gustav Killat, Karl Knöpnadel, Schneidermeister Wilhelm Melchert und der Stellmacher Karl Nörnberg.

 

Bei der Ratsversammlung vom 14.07.1893 wurde die Anschaffung einer Spritze nebens Wasserwagen beschlossen. Bestellt wurde beides in Küstrin bei der Firma Ewald, die Summe belief sich auf 2000 Mark. Bild Rechnung von 1894

In einem Protokoll von der Überprüfung und Abnahme der Geräte heißt es:

"Nachdem am Freitag die von der Stadt bestellten neuen Feuerlöschgeräte von der Ewaldschen Fabrik Cüstrin hier eingetroffen waren fand am selben Nachmittag auf dem Joachims platz die Probe und Abnahme der Spritze und des Wasserwagens statt. Beide Gerätschaften sind durchaus solide und zweckmäßig gebaut und machen einen äußers eleganten Eindruck. Die Spritze leistet das, was nach Katalog von ihr gefordert werden konnte, sie warf einen 16 mm starken Wasserstrahl über 31 m weit und bei der Hochprobe wurde das Dach unserer Kirche mit Leichtigkeit bestrichen. Der Wasserwagen - ganz nach dem Muster der Berliner Sprengwagen gebaut - faßt 1000 l und ist in 10-15 min gefüllt. Während der Sommermonate steht deshalb allezeit gefüllt bereit, so daß die Geräte möglichst schnell auf der Brandstelle erscheinen können. Es wäre wünschenswert, wenn zu den schönen neuen Geräten nun auch eine funkelnagelneue freiwillige Feuerwehr käme. -Und das ist jetzt leicht möglich."


Damit waren die Gedanken der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr geboren und ließ die Gemeinde nicht mehr los.

Aber es musste noch einige Zeit vergehen, am 02.03.1894 tagte die Stadtverordnetenversammlung zum Thema Feuerwehr. Als großen Missstand wurde die Umorganisation der Brandbekämpfen empfunden und der sehr magenelhafte Wassertransport zum Brand geschehen. Kurz darauf am 26.04.1894 wurde der Versuch zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gemacht, über alle Erwartungen hinaus meldeten sich sofort 35 Mann, die bereit waren als aktive Mitglieder einzutreten. Als erster Oberführer (Wehrleiter) wurde der Apotheker Fink gewählt. Die ausgelegten Listen zur finanziellen Unterstützung für die Einrichtung und Ausstattung der Wehr füllten sich rasch. Seine Majestät der Kaiser hatte die Gnade, mit Rücksicht auf die Nähe des Jagdschlosses Hubertusstock 300 Mark Beihilfe zu stiften.

Nach nur zwei Monaten wurde die erste Übung abgelegt.

Aus dem Besichtigungsbericht vom 08.09.1985 geht hervor, daß die 1. Freiwillige Feuerwehr über:

120 m Schlauch, 1 Steigerwagen, 3 Hackenleitern, 1 4rädigen Wasserwagen, 1 2rädigen Wasserwagen, Gurte, Beile, Leinen und 1 Gerätehaus verfügte. Die Uniformen bestehen aus einer braunen Hose und schwarzen Rock (Jacke). Die Mitglieder des Vorstandes hatten zudem noch Säbel, Helm mit Nackenleder und eine Kette mit Pfeife.

Noch im Gründungjahr 1894 wird die Wehr Mitglied des Brandenburgischen Provinzial-Feuerwehr-Verband Heegemühle.

Zehn Jahre nach Gründung waren 23 aktive und 24 passive Mitglieder gemeldet.

1906 wurde das neuer Gerätehaus in der Schönebecker Strasse eingeweiht. Im ersten Weltkrieg fielen aus den Reihen der FF 5 Kameraden, Alfred Leitz, Albert Daberkow, Otto Wegener und die Brüder Karl und Gustav Gansekow.

 

In der Weimarer Republik 1919-1933 wird die Wehr ausgebaut. 1930 wird der alte Übungsturm von 1894, an der alten Schule, wegen Baufälligkeit abgerissen und 1932 ein Neuer errichtet.

Drittes Reich

Der Oberführer Hugo Joachimsthal legt am 20.08.1933 auf Druck der Nazis, da er Jude war, das Amt nieder.

Am 25.05.1935 wird die FF  durch den Bürgermeister Klautke aufgelöst und gleichzeitig eine neue gegründet, nach dem neuem Feuerwehrgesetz. Die Feuerwehr verfügte 1935 über folgende Ausrüstung: 1 Motospritze (400 l), 1 mechanische Schiebeleiter (16 m), 1 gr. Wasserwagen 1000 l, 1 gr. Handdruckspritze, 1 Leiterwagen mit Haken- und Anlegeleitern, 1 automobiler Mannschaftsbeförderungswagen von Pferden gezogen, 1 kl. Handdruckspirtze, 500 m Schlauch, 1 Schlauchwagen, 2 kl. Wasserwagen und 4 Rauchschutzmasken.

Außerdem wurde ein 6-Zylinder 80 PS Adler Kraftwagen vom Polizeipräsidium Berlin für 350 RM gekauft und umgebaut so dass 12 Personen befördert werden konnten.

Interessant für diese zeit sind auch die erfolgten Erklärungen für den Eintritt in die Wehr.

"Ich bestätige hiermit auf Treu und Glauben, daß ich bei meinem Eintritt in die FFW Joachimsthal an 24.1.1934

frei von jeder, die Dienstfähigkeit behindernden Krankheiten, inbesondere Herz- und Lungenleiden,

Augen- und Ohrenkrankheiten bin. Auch Brüche oder Krampfadern habe."

 

Seit August 1934 ist die FFW Alt-Grimnitz der FFW Joachimsthal zugeordnet. 1944 wurde auf Beschluß von H. Göring der FFW eine dritte Motorspitze mit Löschgeräte zur Verfügung gestellt, diese existierte bis 1965.

 

Fortsetzung folgt...

 

 

 

Noch ein paar Zeitungsartikel, dank der Unterzüzung des Fachausschusses "Feuerwehrhistorik" im UFV Angermünde e.V.

Angermünder Tageblatt Nr. 94 vom 20./21.04.1935

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angermünder Tageblatt Nr. 121 vom 26.05.1936

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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